Schon im Altertum (Ägypten, Mesopotamien, Persien) wurden Keramikfliesen als Wandbehang verwendet. Die Mauren brachten dann glasierte farbige Fliesen nach Portugal und Spanien. Im Mittelalter wurden Fliesen in Europa für Fußböden und die Umrahmungen von Kaminen genutzt. Sie waren oft mit Reliefverzierungen versehen.
Im 15. und 16. Jahrhundert verbreiteten sich Fayence-Fliesen aus Italien, Spanien und Frankreich. Die Bezeichnung Fayence leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab, die bei Ravenna in der Emilia Romagna liegt. Es handelt sich dabei um Keramik, die mit einer farbigen oder weißen Zinnglasur übertragen ist. Die Fayence gelangte dann nach Antwerpen in Holland.
Dieses entwickelte sich zwischen 1520 und 1570 zu einem Zentrum der Fliesenherstellung. Man spricht von „Delfter Fliesen“. Sie zeichnen sich durch die blau-weißen Fliesentableaus aus. Ein Paradebeispiel ist der mit Delfter Fliesen ausgestattete Sommerspeisesaal des Schlosses Caputh bei Potsdam. 1813 hatte der preußische General August v. Thümen die Zitadelle Spandau in Berlin von den napoleonischen Truppen befreit.
Vom damaligen preußischen König erhielt er das sich bis dahin im Staatsbesitz befindliche Schloss als Dotationsgut, also als Auszeichnung und Dank für die erbrachten Taten. Fliesen werden nach folgenden Kriterien klassifiziert: Frostbeständigkeit, Wasseraufnahmefähigkeit, Rutschhemmung und Abrieb. Je nach Einteilung in die 1. oder 2. Wahl werden optische und maßhaltige Anforderungen gestellt.